Sagen Sie Ciao zum Coden – mit Low Code und No Code
Haben Sie sich schon einmal gewünscht, mit wenigen Klicks Ihre eigenen Softwarelösungen entwickeln zu können, ohne Zeile für Zeile Code schreiben zu müssen? Stellen Sie sich vor, wie leicht und schnell Ihnen die Softwareentwicklung plötzlich von der Hand ginge! Fühlt sich an wie Science-Fiction? Ist es aber nicht: Werfen Sie mit uns einen Blick in die Welt der Low-Code-Entwicklung! Im folgenden Artikel betrachten wir auch den Unterschied zwischen Low Code und No Code und klären, was eine No-Code-/Low-Code-Plattform ist.
Was ist Low Code?
Low Code ist der englische Fachbegriff für Entwicklungsmethoden, bei denen das Programmieren nicht mehr mithilfe von textbasierten Programmiersprachen, sondern auf Basis von visuellen Hilfsmitteln erfolgt. Intuitive grafische Tools und vorgefertigte Bausteine ermöglichen es dabei, Anwendungen mit geringem manuellem Programmieraufwand zu erstellen.
„Softwareentwicklung ist immer anstrengend, zeitraubend und erfordert die Fähigkeiten von erfahrenen Entwicklern. Low Code Entwicklung verspricht, diesen aufwändigen Prozess zu beschleunigen und zu vereinfachen.“
Christoph Dyllick-Brenzinger, CTO von SeaTable
Was ist eine Low Code Plattform?
Eine Low-Code-Plattform ist eine Entwicklungsumgebung, in der Sie Software-Anwendungen weitestgehend ohne textbasierte Programmierung erstellen können. Statt Hunderte Zeilen Code zu schreiben, arbeiten Sie mit einer visuellen Benutzeroberfläche, auf der Sie vorgefertigte Bausteine modular zusammenfügen können. Diese Bausteine repräsentieren spezifische Funktionen oder Logiken, die Sie normalerweise durch herkömmliches Programmieren implementieren müssten.

5 Hauptmerkmale von Low Code Plattformen
Was eine Low Code Plattform im Kern ausmacht, lässt sich anhand dieser Merkmale zusammenfassen:
- Visuelle Entwicklungsumgebung: Anstatt Zeile für Zeile komplexen Code zu schreiben, nutzen Sie eine grafische Benutzeroberfläche, in der Sie vorgefertigte Komponenten einfach per Drag-and-Drop zusammenfügen können.
- Wiederverwendbare Bausteine: Low Code Plattformen bieten eine Vielzahl vorgefertigter Elemente, Module und Vorlagen, die Sie immer wieder kombinieren, wiederverwenden und an Ihre Anforderungen anpassen können.
- Integration von manuellem Code: Obwohl der Fokus auf visueller Entwicklung liegt, erlauben Ihnen viele Low Code Plattformen ebenfalls, eigene Skripte zu integrieren. So haben Sie die Möglichkeit, benutzerdefinierte Funktionen zu implementieren, die über die Standardoptionen hinausgehen.
- Schnelle Bereitstellung: Mit Lowcode können Sie Software-Prototypen und funktionierende Anwendungen in sehr kurzer Zeit entwickeln und bereitstellen, was besonders in agilen Entwicklungsumgebungen von Vorteil ist.
- Cloudbasierte Nutzung: Meist findet die Entwicklung, Bereitstellung und Nutzung der Software-Anwendungen komfortabel per Webbrowser statt. Einige Low Code Plattformen können Sie aber nicht nur in der Cloud nutzen, sondern auch lokal als On-Premises-System installieren.
Was ist No Code?
No Code geht noch einen Schritt weiter: Im Gegensatz zu Low-Code-Plattformen richtet sich eine No-Code-Plattform an Benutzer ohne jegliche Programmierkenntnisse. In der vollständig visuellen Entwicklungsumgebung können Sie Anwendungen zumeist per Drag-and-Drop erstellen, ohne eine einzige Zeile Code schreiben zu müssen. No Code ist daher ideal für die Erstellung von einfachen Anwendungen und automatisierten Workflows. Der Fokus liegt hier klar auf Schnelligkeit und Benutzerfreundlichkeit; das Einbinden von selbst geschriebenem Code ist nicht vorgesehen.
Low Code vs. No Code
Die Übergänge zwischen den beiden Ansätzen sind jedoch fließend. Deshalb kann man viele Tools nicht eindeutig dem Bereich No Code oder Low Code zuordnen. Der wesentliche Unterschied von Low Code / No Code liegt in der Zielgruppe, der Flexibilität und der Komplexität der Anwendungen.
Zielgruppe: Eine Low Code Plattform richtet sich an Entwickler, die zwar in den Genuss der schnellen, modularen Entwicklung kommen möchten, sich aber trotzdem die Option wünschen, benutzerdefinierte Funktionen durch manuelles Programmieren umzusetzen. No Code richtet sich hingegen hauptsächlich an Anwender ohne technisches Vorwissen.
Flexibilität: Eine Low Code Plattform bietet mehr Flexibilität und Anpassungsmöglichkeiten, da Entwickler bei Bedarf in den Code eingreifen und eigene Komponenten programmieren können. No-Code-Plattformen sind eher auf Standardlösungen ausgelegt und bieten weniger Raum für individuelle Anpassungen, da sie einen Großteil des Designs vorgeben.
Komplexität der Anwendungen: Mit Low-Code können Sie komplexere, beliebig erweiterbare Anwendungen erstellen, während No-Code eher für einfache, serienmäßige Lösungen geeignet ist.

Vorteile von No Code und Low Code Plattformen im Vergleich
Gemeinsame Vorteile von Low Code und No Code
Low Code und No Code haben drei zentrale Vorteile gemeinsam:
- Beschleunigte Entwicklung: Durch den Einsatz von visuellen Tools und vorgefertigten Bausteinen können Sie Anwendungen in einem Bruchteil der Zeit erstellen, die bei traditioneller Softwareentwicklung erforderlich wäre.
- Zusammenarbeit: Dank der grafischen Benutzeroberfläche können auch Personen ohne Programmierkenntnisse, zum Beispiel Citizen Developer, am Entwicklungsprozess teilnehmen, Feedback geben oder sogar selbstständig eigene Lösungen erstellen.
- Kosteneffizienz: Ein deutlich niedrigerer Zeitaufwand und die Möglichkeit, dass auch weniger erfahrene Entwickler produktiv programmieren können, führen zu geringeren Entwicklungskosten.
Die größten Vorteile von Low Code Programmierung
Low-Code-Plattformen bieten meist eine Balance zwischen Benutzerfreundlichkeit und Flexibilität. Sie ermöglichen es Ihnen, Anwendungen im Handumdrehen mithilfe von intuitiven Tools und serienmäßigen Komponenten zu erstellen, während sie Ihnen gleichzeitig die Option offenhalten, bei Bedarf benutzerdefinierten Code zu integrieren. Dadurch können Sie Low-Code-Anwendungen präzise auf die Bedürfnisse Ihres Unternehmens zuschneiden.
Durch Low Code Programmierung haben Sie die Möglichkeit, spezifische Anpassungen am Design vorzunehmen und eigene Komponenten über manuellen Code hinzuzufügen. Da der zugrundeliegende Code meist standardisiert ist, können Sie Low Code Anwendungen einfach mit eigenen Skripten erweitern. Aber aufgepasst: Auch No-Code-Plattformen bieten oft Programmierschnittstellen für die Integration externer Anwendungen.
Anwendungsbereiche der Low-Code-Entwicklung
Beide Entwicklungsmethoden eignen sich besonders für Unternehmen, die begrenzte Entwicklerkapazitäten haben, schnell auf Veränderungen reagieren müssen und eine effiziente Möglichkeit suchen, maßgeschneiderte Softwarelösungen zu entwickeln. No Code und Low Code sind dabei nicht auf eine Branche oder bestimmte Prozesse beschränkt, sondern nahezu universell einsetzbar.
Typische Anwendungsfälle sind:
- Prozessautomatisierung: Automatisieren Sie Workflows und Prozesse, um die Effizienz in Ihrem Unternehmen zu steigern.
- Anpassungsfähige Standardlösungen: Treiben Sie die serienmäßige Entwicklung von Standardlösungen voran, die sich an die Geschäftsanforderungen verschiedener Kunden oder Fachbereiche anpassen lassen.
- Citizen Development: Machen Sie die Anwender von heute mithilfe von No-Code zu den Entwicklern von morgen. Dadurch entlasten Sie Ihre IT-Abteilung, die stattdessen steuernde und strategische Aufgaben übernehmen kann.
- Prototypen und MVPs (Minimum Viable Products): Entwickeln Sie schnell einsatzbereite Software-Prototypen, um Ideen zu testen und früh Feedback einzuholen.
„Aus meiner Sicht sollte man eine Low Code Plattform als einen Spielplatz zum Ausprobieren neuer Lösungen ansehen, um Prozesse digital zu gestalten und zu automatisieren.“
Christoph Dyllick-Brenzinger, CTO von SeaTable
Sollten Sie eine Low Code oder No Code Plattform nutzen?
Die Wahl zwischen Low Code und No Code hängt von Ihren spezifischen Anforderungen ab:
- Wenn Sie eine schnelle Lösung für einen digitalen Prozess benötigen und die Anwendung keine hochgradig individuellen Anforderungen hat, sollte eine No-Code-Plattform ausreichen.
- Wenn Sie jedoch eine komplexe, maßgeschneiderte Anwendung benötigen, die Sie mit der Zeit selbst weiterentwickeln wollen, ist eine Low-Code-Plattform die bessere Wahl.
Gehört der Low Code Entwicklung die Zukunft?
In der digitalen Ära gewinnen Low Code Plattformen zunehmend an Bedeutung. Denn ihre Technologien ermöglichen es, Software-Anwendungen schneller, effizienter und mit weniger technischer Expertise zu entwickeln. Im Vergleich zum klassischen Programmieren benötigt die Low Code Entwicklung nur einen Bruchteil der Zeit bis zur Bereitstellung der Software.
Aufgrund dieser unschlagbaren Effizienz und Kostenersparnis sind Low Code Plattformen natürlich für viele Unternehmen interessant und spielen eine Schlüsselrolle bei der fortschreitenden Digitalisierung von Geschäftsprozessen. Es lässt sich vermuten, dass es bei fast allen Unternehmen und Menschen, die mit Computern arbeiten, einen Bedarf für diese Art der Entwicklung und Problemlösung gibt.

Gleichzeitig führt das hohe Kundeninteresse dazu, dass immer mehr Low-Code Lösungen auf den Markt drängen. Kein Wunder, dass Marktanalysen von Gartner zeigen, wie bereits 2021 knapp 14 Milliarden US-Dollar mit Technologien zur Low Code Entwicklung umgesetzt wurden. Des Weiteren geht Gartner davon aus, dass 2024 zwei Drittel aller Software-Entwicklungen auf das Konto von Low Code Plattformen gehen werden.
Typen von No-Code-/Low-Code-Plattformen im Vergleich
Die meisten Low Code Anbieter lassen sich in vier große Gruppen zusammenfassen. Wenig überraschend ist der Bedarf an Low Code Plattformen dabei genau dort am höchsten, wo fast jedes Unternehmen Software benötigt: bei Webseiten, Apps, Datenbanken und automatisierten Prozessen.
Website-Builder:
Vorbei sind die Zeiten, in denen Sie für eine schicke Webseite eine teure Agentur oder einen Webdesigner engagieren mussten. Mit diesen Low Code Plattformen können Sie ohne große Programmierkenntnisse einfache Webseiten gestalten: WordPress, Webflow, Wix, Squarespace, Framer, Dorik und viele mehr. Manche Website-Builder wie Shopify, Sharetribe, BigCommerce oder WooCommerce haben sich dabei auf Online-Shops spezialisiert.
App-Builder:
Softwarelösungen in dieser Kategorie helfen Ihnen dabei, komplette Webanwendungen und native Apps für Desktops oder Mobilgeräte zu erstellen. Häufig werden dabei externe Datenquellen wie Spreadsheets oder Datenbanken angezapft. Low Code Anbieter in diesem Bereich sind beispielsweise Glide, AppSheet, Softr, Draftbit, Adalo und Zoho Creator.
Datenbanken:
Bei jedem digitalen Prozess müssen Sie in irgendeiner Form Daten erfassen oder verarbeiten. Daher gibt es datenbankbasierte Low-Code-Plattformen, die Ihnen beim strukturierten Speichern und visuellen Aufbereiten Ihrer Daten behilflich sind. Zu den bekanntesten Anbietern gehören SeaTable, Airtable, Baserow und NoCoDB.
Automatisierungsplattformen:
Automatisierungsplattformen wie Zapier, make oder n8n dienen dazu, Daten zwischen zwei oder mehr Applikationen auszutauschen. Die Logik dieser Lösungen ist immer die gleiche: Zunächst definieren Sie einen Trigger, also ein Ereignis, das dann unter bestimmten Bedingungen Ihre Automationen auslöst. So können Sie auch komplexe Prozesse vollautomatisch ablaufen lassen.
Über diese vier Kategorien hinaus gibt es auch noch nischigere Low-Code-Plattformen wie zum Beispiel Chatbot-Builder. Außerdem lässt sich eine Lösung nicht immer nur einer Kategorie zuordnen, wie wir am folgenden Beispiel sehen werden.
SeaTable: No-Code-Datenbank mit integriertem App-Builder, Skripten und Automationen
In SeaTable können Sie Prozesse und Anwendungen bequem über eine grafische Benutzeroberfläche im Browser konfigurieren. Dank der visuellen Elemente benötigen Sie dafür keine einzige Zeile Code, was SeaTable zu einer No-Code-Lösung macht. Allerdings erlaubt SeaTable auch die Ausführung von manuell programmierten JavaScript- und Python-Skripten. Diese Möglichkeit entspricht eher dem Low Coding Ansatz, womit man SeaTable ebenso als Low Code Entwicklungsplattform bezeichnen könnte.
Auch die Einordnung in eine Kategorie ist nicht eindeutig: Zum einen ist SeaTable eine No-Code-Datenbank, in der Sie nahezu jede Art von Information speichern, organisieren und visualisieren können. Dafür stehen Ihnen unter anderem 25 verschiedene Spaltentypen, Plugins wie Galerie, Kanban, Karte oder Kalender, Ansichten mit Filter-, Sortier- und Gruppierungsfunktionen sowie Statistiken und Webformulare zur Verfügung.
Zum anderen bietet SeaTable einen No Code App Builder, mit dem Sie ohne Programmierkenntnisse eigene Apps bauen können. Eine App greift dabei auf die Informationen im Datenbank-Backend zu und stellt diese für die Endanwender optimal dar. Für das App-Design gibt es vorgefertigte Seitentypen mit visuellen Elementen, die Sie einfach per Drag-and-Drop zusammenfügen können.

Noch dazu ist es in SeaTable problemlos möglich, Automationen anzulegen, die Ihnen manuelle Klicks bei immer gleichen Prozessen ersparen und zugleich die Fehleranfälligkeit von monotonen Tätigkeiten minimieren. Für automatisierte Prozesse mit mehreren Datenquellen können Sie SeaTable ebenso mit Automatisierungsplattformen wie Zapier, make oder n8n integrieren.
Sie sind schon Feuer und Flamme und möchten sich ein eigenes Bild machen? Dann registrieren Sie sich einfach kostenlos für die SeaTable Cloud und probieren Sie SeaTable zeitlich unbegrenzt aus.
Fazit: Mit No Code und Low Code zum Erfolg
Die vorgestellten Plattformen bieten wertvolle Low Code Werkzeuge, um die Anwendungsentwicklung zu beschleunigen, zu vereinfachen und kostengünstiger zu gestalten. Daher werden sie in Zukunft kaum noch wegzudenken sein. Während No Code die Tür zur Welt der Software-Entwicklung auch für Menschen ohne Programmierkenntnisse öffnet, bieten Low-Code-Plattformen die perfekte Mischung aus Geschwindigkeit und Flexibilität für alle Entwickler, die sich das Leben leichter machen wollen. Dies sollten Sie zuvor sorgfältig abwägen, damit Sie die richtige Plattform für Ihre Anforderungen wählen.
FAQ
Was versteht man unter Low Code?
Low Code bedeutet im Englischen so viel wie “geringer Programmieraufwand” und meint eine bestimmte Art von Entwicklungsmethoden. Bei diesen erfolgt das Programmieren nicht mehr mithilfe von textbasierten Programmiersprachen, sondern auf Basis von visuellen Hilfsmitteln. Intuitive grafische Tools und vorgefertigte Bausteine ermöglichen es dabei, Anwendungen mit geringem manuellem Programmieraufwand zu erstellen.
Was ist der Unterschied zwischen Low Code und No Code?
Eine Low-Code-Plattform bietet mehr Flexibilität und Anpassungsmöglichkeiten, da Entwickler bei Bedarf in den Code eingreifen und eigene Komponenten programmieren können. No-Code-Plattformen sind eher auf Standardlösungen ausgelegt und bieten weniger Raum für individuelle Anpassungen, da sie einen Großteil des Designs vorgeben. Eine Low Code Plattform richtet sich demzufolge an Entwickler, die zwar in den Genuss der schnellen, modularen Entwicklung kommen möchten, sich aber trotzdem die Option wünschen, benutzerdefinierte Funktionen durch manuelles Programmieren umzusetzen. No Code richtet sich hingegen hauptsächlich an Anwender ohne technisches Vorwissen.
Ist eine Low Code oder eine No Code Plattform besser?
Das hängt von Ihren Bedürfnissen ab. Eine No Code Plattform liefert schnelle Standardlösungen, erfordert keine technischen Vorkenntnisse und nur wenig Einarbeitungszeit. Wenn Sie jedoch eine maßgeschneiderte Anwendung benötigen, bei der Sie selbst Änderungen programmieren wollen, ist eine Low-Code-Plattform die bessere Wahl. Die Übergänge zwischen No Code und Low Code sind aber bei vielen Plattformen fließend.